Naturerlebensräume für die ganze Familie

Erwähnung im Artikel über die Naturerlebensräume für die ganze Familie vom 3. August 2012

Naturerlebensräume für die ganze Familie
Der Rundweg „Naturerlebensräume“ verbindet interessante Naturschauplätze und bietet spannende, leicht verständliche Information
In Perg, am Abhang des böhmischen Massivs hin zur Molassezone gelegen, befinden sich zahlreiche ökologisch wertvolle und interessante Biotypen mit standortgerechter Vegetation. Diese werden nun durch den Naturerlebensräumeweg miteinander verbunden. Der Rundweg lädt ein, sich mit den ökologischen und geologischen Verhältnissen vor Ort zu beschäftigen und das persönliche Artenwissen zu erweitern.
Auf Grund der einmaligen Stadtlage, der seltenen Magerwiese, dem herrlichen Fernblick, den historischen Gebäuden, den urigen Schluchtwäldern, der lebendigen Wasserlandschaft und der verträumten Machlandebene, ist der Naturerlebensräumeweg ein idealer Lehrbehelf für Schüler. Schautafeln mit pädagogischem Anspruch bringen Schülern – aber auch Eltern und ihren Kindern, den Pergern sowie deren gern gesehenen Gästen – umfassende Informationen über die Natur näher. Nicht zuletzt dient der Rundweg auch der Erholung.
Auf den Spuren der Natur
Bereits seit einigen Monaten arbeitet der Verschönerungs- und Stadtentwicklungsverein VSV Perg an der Umsetzung des Projekts. Mitte August steht nun die Eröffnung des ersten Bauabschnitts bevor.
Ausgangspunkt des insgesamt 3,6 Kilometer langen Rundwegs ist der Perger Hauptplatz. Von hier aus führt der Weg über die Lebingerstraße sowie einen reizenden Verbindungsweg zur Friedhofstraße und anschließend weiter zur Friedhofwiese. Hier wurde auf Grund der einmaligen und schützenswerten Flora ein Besprechungsplatz mit einer erklärenden Bildtafel errichtet, die die seltenen Pflanzen zeigt.
Über einen neu sanierten Weg geht es zur Aussichtswarte. Diese war, ebenso wie der Stadlergrund, bereits vor Bau des Naturerlebensräumewegs ein Rastplatz des Donausteiges. Eine Bildertafel zeigt Tiere der Wiese und auf einer Panoramatafel sind die Orte und Bergspitzen des Machlandes und des Voralpengebietes markiert.
Vom Stadlergrund aus kann man einen herrlichen Blick über das östliche Perg, das Machland sowie das Voralpengebiet erhaschen. Nördlich, an der Kante zum Abhang, ist eine Naschhecke mit 16 verschiedenen heimischen Gehölzen, wie Kornelkirsche, Sanddorn, Schlehe und vielen anderen, gepflanzt worden. Während Bildtafeln Auskunft über die einzelnen Stauden geben, dienen die Früchte den Besuchern als kleine Wegzehrung. Das bestehende „Insektenhotel“ ist ebenfalls mit einer Bildtafel ergänzt worden und informiert so über die bewohnenden Nutzinsekten. Des Weiteren wurde ein Schaubienenstock in einem hohlen Baumstamm errichtet und mit Bienen besiedelt. Auch hier erfährt man anhand einer Bildtafel viel Wissenswertes über das „fleißige Volk“, das an einem weiteren Besprechungsplatz gleich diskutiert werden kann.
Zurück geht es über den kurzen Donausteigbereich zur Kalvarienbergkirche, zum Wasserhochbehälter, über die Lebingerstraße in den urigen Hinterbachgraben und schließlich zum im ehemaligen Mühlsteinbruch liegenden historischen Steinbrecherhaus. Die hier liegenden Mühlsteine lassen die mühsame Gewinnung, aber auch die wirtschaftliche Bedeutung für Perg erahnen. Die Innenräume des Steinbrecherhauses zeigen eindrücklich die Einfachheit früherer Wohnungen sowie Fotos des Mühlsteinbruches, Mühlsteinhauerwerkzeuge und alte Fundstücke.
Als zusätzliche Ergänzung wird hier die Geologie von Perg und Umgebung mit einer Bildtafel samt zehn heimischen Mineralien dargestellt und beschrieben. Unter dem Vordach der Hütte wurden zudem sieben Arten von Pflasterungen mit heimischem Granit hergestellt. Von dem abgetragenen Haus des ehemaligen Steinmetzbetriebes Korninger konnten aus dem im Naarntal stammenden Steinbruch Weinsberger Granitmauersteine organisiert werden, die wieder zu einem Mauerstück zusammengefügt wurden. Aus dem Perger Granitsteinbruch der Firma Poschacher stammt ein Stein, an welchem Steinmetzmeister Stummer, ebenso wie an einem Weinsberger Granitmauerstein, je eine Fläche anspitzte, stockte und geschliffen herstellte.
Fertigstellung 2013
Im April des nächsten Jahres ist der Beginn der zweiten Bau-etappe geplant, die den Rundweg Naturerlebensräume abschließt. Ab 2013 gelangen Besucher dann vom Steinbrecherhaus über die Mühlsteinstraße, an der sich die Mühlsteinhauer einst ansiedelten, zum Stephaniehain. Mit dem naturnahen Mischwald, bestehend aus Eichen, Linden, Hainbuchen und Fichten, ist er die grüne Lunge von Perg. Hier befinden sich Oberösterreichs größter, rund 1000 Jahre alter Erdstall sowie eine alte, in den Perger Sandstein gehauene Erdwohnung, die noch bis nach dem zweiten Weltkrieg bewohnt wurde. Anhand von Schautafeln werden die Waldgesellschaften gezeigt werden. An verschiedenen Plätzen sollen zudem die 26 heimischen Baumarten mit Anschnitt gezeigt und beschrieben werden, sodass man die Jahresringe, Holzstruktur und Holzfarbe sehen kann.
Durch den Waldweg gelangt man zu Naarnfluss und Waldbad. Kinder und Junggebliebene werden dort in fünf Spielen Wasser fühlen, stauen und wieder fließen lassen können. Parallel dazu wird die Kneippanlage liegen, in der gesundheitlich Interessierte das heilkräftige Wasser der Naarn erleben dürfen. Auf einer Bildtafel wird alles Wissenswerte über die Naarn sowie ihre Tier- und Pflanzenwelt dargestellt werden.
Weg der Bäume
Auf der gesamten Weglänge bis einschließlich der Dirnbergerstraße werden an den wichtigsten Bäumen Informationstafeln angebracht sein, auf denen Arten, Eigenschaften und Daten nachzulesen sind.
OÖN Textarchiv 03.08.2012 (ID:srv0000003570206)